Sonnenblumenblues

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Sonnenblumenblues, Stuttgart: red.sign media 2015
Wie ist es, den Tod derer vorauszusehen, die man am meisten liebt? Man hat keine Worte dafür, ein ganzes Leben lang. Man ahnt nur, dass man darüber das Lächeln der Sonnenblumen vergessen kann …
Luna ist alt, und sie stirbt. Doch sie kann nicht gehen, ehe nicht ihre Geschichte erzählt ist – von Anfang bis Ende. Ihre Enkelin Lucy, die bei ihr wacht, erreicht sie nicht mehr, dort, wo Luna schon ist. Aber Lucy weiß, dass dies der Ort und die Zeit sind, sich zu erinnern. Und so beginnt auch sie im Gedächtnis ihrer Familie zu kramen, in dem viel Aberglauben und Angst nistet, aber auch viel Liebe. Und schließlich sogar eine Antwort auf die Frage, wer sie selbst ist.

„Dies ist unsere Geschichte. Es ist eine Geschichte der Frauen, nicht der Männer. Wo Frauen mit dem zweiten Gesicht geboren werden, haben jene keine Macht. Denn die Gabe ist eine Bürde. Kein leichtes Geschenk, nicht für Männerschultern gemacht. Sie will verdient sein, geehrt und klug bedacht. Nicht jedes Geschlecht ist für diese Kunst geschaffen. Stark muss man sein, es auszuhalten, und umsichtig genug, zu verschweigen, was zu früh enthüllt schadet. So wurden wir zur Familie der Frauen. Keine von uns hat es gewollt. Wir haben es nur ertragen. Es war unser Fluch. Unser Segen. Wer weiß das schon …“