So ein Zirkus

Das kleine Mädchen schnupperte zum ersten Mal in seinem Leben Zirkusluft. Von fern schon sah man das riesige Zelt mit der gestreiften Kuppel, der Geruch von gebrannten Mandeln und Zuckerwatte lag in der Luft, und je näher man dem Kassenhäuschen kam, desto lauter wurde das Tschingderassassa der Kapelle. Dem Kind klopfte das Herz bis zum Hals. Bald würde es die fremden Tiere sehen, die es im Wald nicht gab.

Zirkus.ws

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Adlerauge, sei wachsam!

Die Neigung, sich einzumischen, gilt hierzulande nicht gerade als Kardinaltugend und ist oft nur einen Treppenhausklatsch vom Denunziantentum entfernt. Schon der kleine Bürger lernt in Kita und Schule, dass „Petzen“ verwerflich ist und mit Liebesentzug bestraft wird; stattdessen übt man das Mitläufer- und Wegschauertum ein. Kein Wunder also, dass es viele Menschen immer noch Überwindung kostet, den Mund aufzumachen und zu helfen, selbst da, wo Wehrlose leiden. Denn das Motto „Ich höre nichts, ich sehe nichts, ich sage nichts“ ist ja außerdem auch so herrlich bequem.

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Pippi und der Wolf

Sagen Sie mal: Kriegen Sie eigentlich immer, was Sie wollen? Prima, ich nämlich auch nicht. Jeder kennt das, jeder findet das normal. Die Welt ist eher selten so, wie wir sie gern hätten. Dennoch kommen hin und wieder erwachsene Menschen auf die Idee, Pippi Langstrumpf zu spielen. Wenn die Gute wüsste, wofür ihr Schlachtruf „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ so alles herhalten muss – sie würde sich in Taka-Tuka-Land die Koskosnuss geben.

Wolf 2016

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Fallhöhe

Ich weiß nicht, wie Sie das sehen, aber ich für mein Teil habe ein klitzegroßes Problem mit evolutionärer Arroganz. Sie wissen schon: der Sorte Arroganz, mit der eine Spezies sich selbst zur „Herrenrasse“ erklärt und alle anderen Kreaturen zu nachrangigen Unterwesen. Wie ich darauf komme? Neulich hat man mir mal wieder den Satz um die Ohren geklatscht: „Es sind doch nur Tiere.“

World Press Photo 2014/Yongzhi Chu

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Vier Pfoten für ein Halleluja

Es ist so eine Sache mit dem Erfolg. Da ist zunächst ein kühner Traum, den man träumt. Wenn man genug geträumt hat, fasst man den Plan, diesen Traum wahr werden zu lassen. Wie lange fiebert man darauf hin! Arbeitet Tag und nicht selten auch Nacht! Wirft alles, was man hat, in die Waagschale, denn man hat nur diesen einen Versuch! Und dann ist er da, der Erfolg. Und man kann sein Glück trotzdem kaum fassen. Halleluja!

MALI DANKE

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